Ratgeber

Bricht das Stromnetz zusammen, wenn alle E-Auto fahren?

Der Klassiker vom Netz-Kollaps. Warum gleichzeitiges Laden kein Kapazitäts-, sondern ein Steuerungsproblem ist — und längst gelöst wird.

Von Antonino Zeidler

Die Behauptung

„Wenn abends alle gleichzeitig laden, geht das Netz in die Knie." Klingt logisch — ist aber zu kurz gedacht.

Warum die Panik übertrieben ist

Ein E-Auto lädt zuhause meist mit 3,7–11 kW über viele Stunden, oft nachts, wenn die Netzlast niedrig ist. Der zusätzliche Strombedarf durch eine vollelektrische Flotte liegt in der Größenordnung von 20–30 % mehr Jahresstrom — verteilt über Zeit, nicht auf einen Schlag.

Der Schlüssel: gesteuertes Laden

  • Zeitversetztes Laden: Wallboxen und Tarife verschieben das Laden in die günstigen, lastarmen Stunden.
  • § 14a EnWG: Netzbetreiber dürfen steuerbare Verbraucher (Wallboxen) bei Engpässen kurzzeitig drosseln — dafür gibt es reduzierte Netzentgelte.
  • Bidirektionales Laden: perspektivisch können E-Autos das Netz sogar stützen (V2G).

Was Fachleute sagen

Netzbetreiber und der BDEW bewerten den Hochlauf als beherrschbar. Lokale Engpässe (z. B. im Straßenzug) werden durch Netzausbau und Steuerung adressiert — es ist ein Management-Thema, kein physikalisches Limit.

Fazit

Nicht die Strommenge ist das Problem, sondern die Gleichzeitigkeit — und die lässt sich steuern. Wie du selbst günstig und netzschonend lädst, zeigt der Tarifvergleich.

Antonino Zeidler

Elektroauto-Creator seit 2013. Mehr über Strombock & die Quellen.

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