Die Behauptung
„Wenn abends alle gleichzeitig laden, geht das Netz in die Knie." Klingt logisch — ist aber zu kurz gedacht.
Warum die Panik übertrieben ist
Ein E-Auto lädt zuhause meist mit 3,7–11 kW über viele Stunden, oft nachts, wenn die Netzlast niedrig ist. Der zusätzliche Strombedarf durch eine vollelektrische Flotte liegt in der Größenordnung von 20–30 % mehr Jahresstrom — verteilt über Zeit, nicht auf einen Schlag.
Der Schlüssel: gesteuertes Laden
- Zeitversetztes Laden: Wallboxen und Tarife verschieben das Laden in die günstigen, lastarmen Stunden.
- § 14a EnWG: Netzbetreiber dürfen steuerbare Verbraucher (Wallboxen) bei Engpässen kurzzeitig drosseln — dafür gibt es reduzierte Netzentgelte.
- Bidirektionales Laden: perspektivisch können E-Autos das Netz sogar stützen (V2G).
Was Fachleute sagen
Netzbetreiber und der BDEW bewerten den Hochlauf als beherrschbar. Lokale Engpässe (z. B. im Straßenzug) werden durch Netzausbau und Steuerung adressiert — es ist ein Management-Thema, kein physikalisches Limit.
Fazit
Nicht die Strommenge ist das Problem, sondern die Gleichzeitigkeit — und die lässt sich steuern. Wie du selbst günstig und netzschonend lädst, zeigt der Tarifvergleich.