Ratgeber

Kommt der Strom fürs E-Auto eh aus Kohle? Der Strommix-Faktencheck

Ein beliebtes Totschlagargument. Was wirklich in der Steckdose steckt — und warum das E-Auto selbst mit Graustrom vorn liegt.

Von Antonino Zeidler

Die Behauptung

„Dein E-Auto fährt doch mit Kohlestrom — das bringt fürs Klima nichts." Zwei Denkfehler stecken darin.

Denkfehler 1: Der Mix ist längst grüner

Der Anteil erneuerbarer Energien an der deutschen Stromerzeugung liegt inzwischen über der Hälfte — Tendenz steigend. Kohle ist auf dem Rückzug. Jedes Jahr, das dein E-Auto fährt, wird sein „Treibstoff" sauberer. Ein Verbrenner wird über sein Leben nie effizienter.

Denkfehler 2: Selbst mit Graustrom gewinnt das BEV

Ein Elektromotor setzt Energie viel effizienter in Vortrieb um als ein Verbrennungsmotor (grob 3–4× effizienter). Deshalb ist die CO₂-Bilanz eines BEV auch mit dem heutigen Strommix besser als die eines vergleichbaren Benziners oder Diesels — Lebenszyklus-Studien (ICCT, Fraunhofer ISE) bestätigen das.

Du kannst es selbst steuern

  • Ökostromtarif zuhause → dein Laden ist rechnerisch erneuerbar.
  • PV-Anlage → laden mit dem eigenen Dachstrom, oft für wenige Cent/kWh.
  • Zeitgesteuert laden, wenn viel Wind- und Sonnenstrom im Netz ist.

Fazit

„Alles Kohlestrom" war vielleicht mal ein Punkt — heute ist es überholt. Das E-Auto startet bereits im Vorteil und wird mit dem Netzausbau jedes Jahr besser.

Antonino Zeidler

Elektroauto-Creator seit 2013. Mehr über Strombock & die Quellen.

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